Nguyễn Huy Thiệp, Das Tigerherz

Illustration von Trần Lê, Zeitschrift Đối Thoại, Heft IV/1992

Es lebte einmal in Hua Tat ein Mädchen namens Pua. Ihre Schönheit suchte in den Dörfern des Gebirges ihresgleichen, ihre Haut war so weiß wie Milch, das Haar weich und lang und die Lippen zinnoberrot. Leider waren Puas beide Beine gelähmt, und so mußte sie seit Jahr und Tag ständig liegen.

Als sich die Geschichte zutrug, zählte Pua sechzehn Jahr. Das sechzehnte Lebensjahr aber ist die Zeit des Frühlings und der Liebe. Liebe kann es häufig geben, doch nur einmal den Frühling des Lebens. Im sechzehnten Jahr bricht der Frühling an, im neunzehnten Jahr folgt schon der Herbst.

Der Frühling in Hua Tat erfüllten die Klänge der Pan-Flöten. Sie umspielten die Stiegen zu den Pfahlhäusern, in denen die jungen Mädchen leben. Unter diesen Stiegen wuchs kein Gras mehr. Dort verblieb nur plattgetretene, silbertrockene Erde.

Unter dem Pfahlhaus von Puas Familie wurde keine Musik auf der Panflöte gegeben. Denn niemand wollte ein Mädchen mit lahmen Beinen zur Frau. Die Männer, die Frauen und selbst die Kinder hatten Mitleid mit Pua. Man brachte den Geistern Opfer dar, man suchte nach heilenden Planzen für Pua. Alles aber war vergebens, ihre Beine blieben reglos.

In jenem Jahr erlebte Hua Tat einen schrecklichen Winter. Der Himmel war launenhaft, Bäume und Pflanzen vertrockneten in den salzigen Nebeln, sogar das Wasser vereiste. In diesem Winter tauchte in den Wäldern Hua Tats ein böser Tiger auf. Er streifte Tag und Nacht um das Dorf herum. Das Dorf verödete, niemand wagte sich mehr in die Gärten und auf die Felder. Abends wurden die Stiegen mit Verhauen aus dornigem Gestrüpp verstellt, die Türen fest verschlossen. Morgens fanden sich bei jedem Pfahlhaus Spuren des Tigers. Das ganze Dorf lebte in Angst und Schrecken.

Es sprach sich aber herum, daß der Tiger ein wundersames Herz habe, es sollte so klein wie ein Kiesel und durchsichtig sein. Dieses Herz sei ein schützendes Amulett, gleichermaßen eine Wundermedizin. Wer es besaß, sollte sein Lebtag reich und glücklich sein. Wenn man aber dieses Herz in Schnaps legte, könne es alle gefährlichen Krankheiten heilen. Wer wie Pua lahme Beine hatte und von diesem Trunk nahm, der würde genesen.

Das Gerücht flog wie ein Sperber durch die Täler. Am Herd, im Pfahlhaus, an den Bächen und auf den Feldern, überall sprach man von dem Tigerherz. Das Gerücht flog durch die Ebenen der Kinh-Leute, und es flog zu den hohen Gipfeln der Berge, auf denen die H’mong leben. So verhält es sich immer mit den Gerüchten, im Munde der Dummen hören sie sich seltsamerweise oft bedeutender an als in dem der Klugen.

Sehr viele Menschen gingen auf die Jagd nach dem Tiger. Es waren darunter die Thais, die Kinhs, die H’mongs und all die anderen. Der eine wollte den Tiger erlegen, um das Herz als Amulett mit sich zu tragen, der andere trachtete wiederum danach, in dem Tigerherz eine Wundermedizin zu besitzen. Wie sollte man ihnen Vorwurf machen? Wer jagt nicht irgendwann einmal in seinem Leben dieser oder jener vergänglichen Erscheinung hinterher?

Unter den Jägern waren die meisten junge Männer aus dem Dorf Hua Tat. Sie wollten des Tigers Herz heimtragen, um mit ihm Puas Krankheit zu heilen.

Die Jagd nach dem Tiger währte fast den ganzen Winter. Aber, als besäße er Zauberkräfte, wußte der Tiger alle Orte zu vermeiden, an denen man auf ihn lauerte. Schließlich wurden umgekehrt die Jäger von dem Tiger verfolgt. Mehr als zehn Menschen starben durch ihn. In den Wind, der durch die Dörfer wehte, mischte sich das Weheklagen. Allmählich verlor man den Mut, die Menge der Jäger fiel von ihrem Vorhaben ab wie reife Mangofrüchte vom Baum, und am Ende verblieb nur ein einziger Jäger. Dieser aber war Kho.

Kho war ein Jüngling aus Hua Tat. Verwaist lebte er wie die Igel und Stachelschweine. Igel und Stachelschweine sind einsam, laufen ihre Gänge allein, und niemand weiß, wie sie fressen und saufen. Kho fand sich nie zu den Treffen und Festen im Dorf ein. Teils weil er so arm, teils weil er so häßlich war. Sein Gesicht war von Pocken zernarbt und der Körper mißgestaltet: die Arme hingen ihm bis zu den Knien, und die mageren Beine bewegten sich so, als wollten sie trippeln. Denn hat man Igel und Stachelschweine schon anders laufen sehen?

Viele Menschen waren überrascht, Kho auf die Jagd gehen zu sehen. Man war um so erstaunter, weil Kho den Tiger jagen wollte, nicht etwa, um sich das Amulett zu verschaffen, sondern um mit der Wundermedizin Pua zu helfen. Nachts sah man Kho unter Puas Pfahlhaus stehen, betäubt wie ein an Liebe Kranker oder auch wie ein Dieb.

Die Menschen von Hua Tat wußten nicht, welche Wege Kho einschlug, um die Fährte des Tigers zu finden. Doch auch der Tiger kannte nicht die Wege der Igel und Stachelschweine. Er witterte die Gefahr und wechselte seine Schlupforte und Gänge. Kho und der Tiger waren jeweils um eine Stunde einer hinter dem anderen…

Eines Nachts – in Puas Pfahlhaus unterhielte man sich gerade -, vernahm man einen Schuß. Er dröhnte wie ein Donnerschlag. Und die Schlucht war erfüllt von furchtbarem Tigergebrüll.

Der Tiger war tot! Tatsächlich, Kho hatte den Tiger erlegt! Wie ein Wald im Gewitter, geriet das ganze Dorf in Bewegung. Die Menschen jauchzten vor Freude. Auch weinten viele. Die Jünglinge aber entzündeten Bambusfeuer, und gingen in den Wald, um nach Kho zu suchen.

Erst kurz vor dem Morgengrauen fand man Kho und den Tiger. Beide waren in einen Abgrund an einen Bach hinabgefallen. Khos Rückgrat war gebrochen, und sein Gesicht vom Tiger zerfleischt. Der Schuß war dem Tier durch die Stirn in den Schädel gedrungen.

Das Merkwürdige aber war, daß die Brust des Tigers bereits erbrochen und das Herz entnommen war. Der Schnitt des Messers war noch frisch, aus den Wunden rann Blut und schäumte zu Bläschen.

Jemand hatte das Herz des Tigers gestohlen! Die Jünglinge von Hua Tat senkten das Haupt und schwiegen. Sie empfanden Scham, Haß und Bitterkeit.

Mehr als zehn Menschen waren in jenem Winter durch den Tiger gestorben. Und nach diesem Vorfall siechten noch zwei Menschen dahin. Dies aber waren Pua und Kho…

Die Bewohner des Dorfes Hua Tat begruben den Tiger an der Stätte seines Todes. Später erwähnte keiner mehr die Sage von der Wunderkraft seines Herzens. Man vergaß sie, wie man so viele Bitterkeiten, die auf dieser Welt vorkommen, vergißt. Und das war nötig.

Es wird wohl nur noch sehr wenige Leute geben, die sich an diese Geschichte erinnern. 

Aus dem Vietnamesischen von Truong Hong Quang      
unter Mitwirkung von Carsten Wurm   

Quelle: „Đối Thoại – Deutsch-vietnamesische Zeitschrift für Kultur und Soziales“, Heft IV, Oktober 1992

Titel des vietnamesischen Originals: “Trái tim hổ”, aus dem Märchenzyklus “Những ngọn gió Hua Tát” (“Die Winde von Hua Tat”), dem Debütwerk des Autors im Jahr 1988

Nguyễn Huy Thiệp, Salz des Dschungels

In memoriam des bedeutendsten vietnamesischen Schriftstellers der Gegenwart Nguyễn Huy Thiệp (1950-2021)

Der Monat nach dem Tet-Fest ist die beste Zeit im Dschungel. An den Bäumen platzen die Knospen. Der Wald bekommt einen lazurgrünen Schein und wird feucht. Die Natur ruht erhaben und satt vom Frühlingsregen.

Es ist einfach herrlich, in dieser Jahreszeit durch den Wald zu laufen, die Füße durch die verwelkten Blätter zu schieben, die reine, gefilterte Luft in die Lunge zu saugen, und ab und an am ganzen Körper zu erschauern, weil ein Wassertropfen von den Zweigen auf die nackten Schultern perlt. Alle Dummheiten und Schurkereien des Alltags sind wie vom Sprung eines  Eichhörnchens auf den Ast eines Maulbeerbaums abgeschüttelt.

Zu solch einer Zeit ging Herr Diểu zur Jagd.

Der Jagdsinn war in ihn erwacht, als sein Sohn, der im Ausland studierte, ihm eine Doppellaufflinte schenkte. Sie war einfach wunderbar, federleicht und wie ein Spielzeug in der Hand. Selbst im Traum vermag man sich so ein schönes Stück kaum vorzustellen. Im sechzigsten Lebensjahr, an einem Frühlingstag mit einer neuen Flinte in den Wald zur Jagd aufzubrechen, sollte es sich da nicht zu leben lohnen.

Herr Diểu gürtete sich, zog sich warm an, nahm die Pelzmütze und die hohen Schuhen. Vorsorglich packte  er eine Portion Klebreis ein. Er lief den ausgetrockneten Bach hinauf bis zur Quelle. Einen halben Kilometer weiter befand sich  das Reich der Kalksteinhöhlen und -grotten.

Herr Diểu bog sich in  einen sich dahinwindenden Pfad ein und lief weiter. Auf den Gắm-Bäumen an den   Wegrändern saßen  Spatzen die Menge, jedoch er schoß nicht nach ihnen. Mit so einer Flinte  auf  Spatzen  schießen,  war das Pulver nicht wert. Spatzen hatte er oft genug gegessen. Sie schmeckten zwar, aber rochen  übel. Und mangelte es ihm im Haus denn am Vogelvieh? Nein, er hatte Tauben genug. 

An einer Wegbiegung schreckte Herrn Diểu  ein Geräusch in einem Haselnusstrauch auf. Ein farbiges Knäuel entwirrte sich vor seinen Augen. Er hielt den Atem an: ein Paar Wildhühner sprang mit den Köpfen nickend hervor, es gackerte laut. Herr Diểu riß die Flinte hoch. Ich werde sie nicht treffen! besann  er sich und schaute ihnen eine Weile reglos nach. Er wartete, bis in den  Wald wieder Stille eingezogen war. Das Paar Wildhühner sollte meinen,  es hätte sich nur eingebildet, einem  Menschen begegnet zu sein. So war es gut für sie. Und auch gut für ihn.

Die felsigen Berge hoben sich hoch und majestätisch vor ihm. Herr Diểu betrachtete sie und prüfte seine Kräfte. Es wäre schön, wenn er einen Affen oder eine Antilope erlegen würde. Mit den Antilopen war es aber nicht so einfach, wußte Herr Dieu.  Nur wenn der Zufall zur Hilfe kam, konnte man sie zur Strecke bringen. Er rechnete sich keine Chance aus.

Nach einiger Überlegung entschloß sich Herr Diểu am Fuße des Kalksteinbergs entlang zu laufen, um im Maulberrwald Affen zu jagen. Das wäre aussichtsreicher und erforderte weniger Anstrengung. Dort lag der “Berg der Blumen und Früchte” und die “Grotte des reinen Wassers”[i]  dieses Tales. Im Maulbeerwald gab es ganze Horden von Affen. Es sollte ihm nicht schwerfallen, einen Affen zu erlegen.

Herr Diểu blieb vor einer Anhöhe, bewachsen mit rankenden Pflanzen, stehen. Er wußte nicht, was das für Pflanzen waren, sie hatten so silbrige Blätter  wie die Nhót-Pflanze, gelbe Blüten hingen wie Ohrringe zu Boden. Er setzte sich nieder und wartete still. Ob die Affen sich hier versammelten? Die Tiere sind so gerissen wie die Menschen, bei der Suche nach Nahrung halten sie Wachen aus. Ein wachender Affe ist sehr hellhörig. Übersah man ihn, hatte man die Jagd verspielt, konnte man den Leitaffen nicht schießen. Zwar war auch der Leitaffe ein Affe. Aber nur dieser Affe war seiner würdig. Er mußte Geduld haben und sich listig verhalten, wollte er ihn vor die Flinte bekommen. 

Herr Diểu verharrte beinahe eine halbe Stunde. Der Frühlingsregen ging anhaltend und fein nieder. Es war warm. Lange mußte es her, daß Herr Diểu so gesessen hatte, ohne zu grübeln, ohne Trauer und Freude und ohne Berechnung. Die  Stille des Waldes durchdrang ihn. 

Plötzlich krachte es im Maulbeerwald, als wütete ein Ungeheuer. Herr Diểu wußte, daß nun das Leittier nahte. Solches Tier verhält sich ungewöhnlich, es tritt mit königlichen Gebahren auf, seine Selbstgefälligkeit grenzt ans Brutale. Herr Diểu lachte innerlich und wartete angespannt.

Einige Minuten nach dem Krach erschien endlich der Leitaffe. Er eilte so schnell daher, daß seine Füße kaum den Boden berührten. Herr Diểu war gebannt von der Kraft und Schnelle. Im Nu entschwand er wieder. Ein Schmerz stach Herrn Diểu in die Seele: er war dem königlichen Anspruch nicht gewachsen. Das Hochgefühl, das ihn seit zu Hause erfüllt hatte, sank in sich zusammen.

Nachdem der Leitaffe verschwunden war, traf die Horde von etwa zwanzig Affen aus verschiedenen Richtungen ein. Der eine hangelte in der Krone, der andere schaukelte sich auf den unteren Ästen. Manche ließen sich auf den Boden herab. Herr Diểu sah drei, die sich beieinanderr hielten: Ein Männchen, ein Weibchen und ein Junges.

Der Gedanke, dieses Männchen zum Ziel zu wählen, bemächtigte sich seiner sofort. Dieser niederträchtige Alte! Ausschweifender Lüstling! Grober Patron! Schmutziger Gesetzgeber! Gemeiner Tyrann!

Herrn Diểu wurde heiß. Er legte Hut und Wattejacke unter ein Baumgestrüpp. Die Portion Reis daneben. Langsam zog er sich in eine Mulde zurück. Er spähte umher und erkannte, daß eine Äffin Wache hielt. Das war günstig. Denn das weibliche Geschlecht neigt zur Zerstreuung. Da, schau an! Was sollte das heißen, sich auf Wache lausen? Dem weiblichen Geschlecht ist der Körper das Nächste. Das ist zwar schlicht und schön. Aber auch voll Traurigkeit…  

Herr Diểu besann sich und schlich auf die wachende Äffin gegen den Wind zu. Erst im Abstand von zwanzig Metern zur Horde konnte man anlegen. Er kroch geschwind und geschickt. Er suchte sich seine Beute aus, so daß er sich des Erfolges bereits gewiß wähnte. Die Natur behielt ihm, und sonst niemand, diesen Affen vor. Er bildete sich ein, selbst wenn sein Körper ungeschickt Laute verurschte oder ihm ein anderes Mißgeschick unterlief, würde das nicht ins Gewicht fallen. Das war absurd, aber dennoch nicht ungewöhnlich.

Trotzdem er diesen Gedanken nachhing, vergaß Herr Diểu nicht, sich behutsam zu verhalten. Er wußte, die Natur verbarg stets Unvorhergesehenes. Vorsicht war nie fehl am Platze. 

Herr Diểu legte das Gewehr auf einen Ast an. Die Familie witterte keine Gefahr zu sein. Der Alte kletterte auf einen Baum, pflückte  Früchte und warf sie  dem Weibchen  und dem Jungen zu. Die besten Früchte behielt er jedoch zurück und fraß sie selbst. Wahrhaft niederträchtig war seine Eigensucht! Herr Diểu drückte ab. Der Schuß erscholl so gewaltig, daß die Affenhorde fast eine ganze eine Minute erstarrte. Die Hände des  Alten lösten sich und er fiel schwer zu Boden. 

Die Panik, die in der Horde ausbrach, ängstigte Diểu so, daß er zitterte. Er hatte Böses angerichtet. Ihm wurden Arme und Beine so weich, als hätte er eine schwere Arbeit verrichtet. Die Horde verschwand flugs im Wald. Die Affenmutter und ihr Junges liefen ihr nach. Plötzlich machte die Äffin kehrt. Der Alte war an der Schulter getroffen. Er versuchte, sich aufzurichten, fiel jedoch wieder hin. 

Die Äffin näherte sich ihm, ängstlich, sie sicherte nach allen Seiten. Die Stille war ihr unheimlich. Der Alte heulte nach ihr, ein klagender und schmerzerfüllter Ruf. Die Äffin blieb stehen, hörte mit Grauen und in Panik.

– Lauf weg!   

Herr Diểu stöhnte. Die Äffin wagte ihr Leben,  näherte sich dem Affen und hob ihn hoch. 

Herr Diểu riß empört das Gewehr hoch. Der Opferwille der Äffin erregte seinen Haß. Heuchlerin, willst deine philisterhaften Tugenden unter Beweis stellen! Aber gerade mit derartigen Szenen beginnt der Verfall der Sitten. Er ließ sich nicht täuschen.

Als Herr Diểu abdrücken wollte, wendete sich die Äffin ihm zu und schaute ihm ins Gesicht. Ihre Augen verrieten Entsetzen. Sie warf den Affen ab und floh. Herr Diểu atmete auf und lachte. Er erhob sich ganz aus dem Versteck. 

– Verdammt!

Herr Diểu fluchte leise. In dem Moment, in dem er vorging, machte die Äffin kehrt. Ich habe verloren, erkennt sie, daß ich ein Mensch bin! So war es, die Äffin ließ ihn nicht aus dem Auge und eilte zu dem Alten. Sie zog ihn schnell und sicher an den Bauch. Beide rollte sich auf die Erde davon. Beide rollten sich auf die Erde davon. Nun wird die Äffin verrückt spielen. Sie wird sich in ihrer Rage aufopfern, weil sie in ihrem Eifer vor der Natur gut dastünde. Und er wäre als Meucher entlarvt! Selbst im Sterben würde sie die Zähne freudig blechern. Wie dem auch seien, er hätte zu leiden, er könnte nicht schlafen und stürbe womöglich zwei Jahre eher, wenn er auf sie schösse. Und alles nur deshalb, weil er das Versteck zwei Minuten zu früh verlassen hatte.

–  Oh Diểu, es ist am Ende… – dachte er traurig  – Wie kannst du nur auf deinen Rheumabeinen mit der Treue und dem Opferwillen der Affen wetteifern wollen…

Als ob sie ihn neckten, liefen die beiden Affen, einander stützend, davon. Von Zeit zu Zeit schwenkte  die Äffin ihre O-Beine so wild, daß es sowohl komisch als auch obszön wirkte. Vor Ärger holte Herr Diểu tief Luft und stampfte mit dem Gewehr auf. Er wünschte, das Tier möge vor Schreck seine Beute fallenlassen.          

Da tauchte vom Steinhügel her das Affenjunge auf. Es ergriff den Trageriemen des Gewehrs und schleifte es davon. Alle drei Affen liefen und krochen nun, als seien sie rasend geworden. Herr Diểu stutzte einen Moment und brach ins Gelächter aus: so vertrackt war seine Lage.

Schreiend und Steine und Erdklumpen nach den Tieren werfend, lief Herr Diểu  hinterher. Die Affen waren außer sich, die Alten liefen in  Richtung Hang, das Affenjunge dem Abgrund entgegen.  Das wäre das letzte, käme das Gewehr weg! dachte Herr Diểu und folgte dem Jungen nach. Der Abstand wurde so gering, daß, wären da nicht die scharfkantigen Felsen gewesen, er mit einem Satz das Gewehr hätte ergreifen können. 

Daß Herr Diểu das Affenjunge bis zum Rand des Abgrunds hetzte, hatte eine unvorhergesehene Folge. Der Trageriemen Hängeschnur des Gewehres festhaltend, rollte er unbedacht in den Abgrund hinab. Ohne Erfahrungen in bedrohlichen Lagen wußte er sich keinen anderen Ausweg.

Herr Diểu wurde blaß und brach in Schweiß aus. Er stand am Rande des Abgrunds und erbebte beim Blick hinab. Von der grundlosen Tiefe hallte das schaurige Heulen des Affenjungen hinauf. In seiner Erinnerung fand Herr Diểu kein vergleichbares Geheul. Er trat entsetzt zurück. Vom Abgrund strömte  ein schauriger und mit dem Todesgeruch versetzter Dunst hinauf. Er drang in jedes Gestrüpp und verdeckte  schnell die Landschaft. Herr Diểu wich zurück. Es mußte schon  lange her sein, vielleicht seit seiner Kindheit, daß Herr Diểu so wie von Gespenstern verfolgt davonlief.   

Am Fuß des Felsen war Herr Diểu erschöpft. Er brach zusammen und blickte zurück in  Richtung des Abgrundes. Jetzt verdeckte ihn der Nebel bereits ganz. Ihm fiel plötzlich ein, daß er sich in jenem grauenerregendem Teil des Tales befand, das die Jäger den Todesschlund nannten. Alljährlich, beinahe regelmäßig, verloren in diesem Schlund Menschen ihr Leben, weil sie dem Nebel in die Falle gingen. 

Oder sind es Geister? – dachte Herr Diểu – Verwaiste Totenseelen alter Jungfern und Junggesellen verwandelten sich oft in die Gestalt weißer Affen? Dieser Affe war weiß. Und er raubte ihm das Gewehr auf so ungewöhnliche Weise, daß  daran zu zweifeln war, ob es mit rechten Dingen zugegangen war.

Ob ich nicht doch träume? – Herr Diểu schaute sich um –

Alles scheint wie im Traum. Er stand auf und blickte überrascht auf den Hang. Über den Felsen in entgegengesetzter Richtung zum Todesschlund war der Himmel klar und ohne jeglichen Nebelstreife, die ganze Landschaft lag nackt und bloß vor ihm.

Ein klagender Ruf wurde laut. Beim Aufschauen erblickte Herr Diểu das angeschossene Männchen, das auf einem Felsen ausgestreckt lag. Die Äffin war nicht zu sehen. Freudig  versuchte er hinaufzuklettern.

Der Felsen war steil und glatt. Sehr mühselig und gefährlich war es, da hinaufklettern zu wollen. Herr Diểu wogte seine Kräfte.  Und dennoch muß ich dich zur Strecke bringen! Herr Diểu tastete sich an den Felsvorsprüngen vor und klomm bedächtig hinauf.

Nach zehn Metern war sein ganze Körper erhitzt. Einen günstigen Stand ausnutzend, zog er sich Schuhe und Kleidung aus und hängte sie an den Ast eines Wildbeerbaums. Nur in Unterhose fühlte er sich leichter. Er kletterte behende weiter und wunderte  sich darüber, daß er noch so flink und zäh war.

Das angeschossene Männchen lag auf einem glatten und wackligen Felsen. Unter dem Felsen öffnete sich ein spannenweiter Riß, durch den er vom Hang getrennt war. Herr Diểu fuhr zusammen. Die Vorstellung, daß der Felsen jederzeit abstürzend konnte, erschreckte ihn. Die launige Natur wollte wohl seinen Mut neuerlich auf die Probe stellen. 

Herr Diểu stemmte sich auf den Ellenbogen nach oben zu. Der Affe war schön anzusehen, sein Fell glänzte fein und gelb. Er lag auf dem Bauch, seine Hände kratzten am Felsen, als wollte er sich davonmachen. Das Blut klebte rot an der einen Schulter. 

Herr Diểu betastete den Leib des Affen und fühlte, daß er  fiebrig warm war. Über zehn Kilo… Herr Diểu schob seine Hände unter die Brust, hob ihn wägend an. Aus der Brust entwich ein leises, bebendes “Hm”, als ob sich der Gott des Todes darüber empörte, daß sich jemand in sein Geschäft mischte. Herrn Diểu‘s Hände zuckten zurück. Der Affe bebte am ganzen Körper und blickte ihn mit stieren Augen betelnd an. Herrn Diểu überkam mit einem Male Mitleid. Der Schuß hatte das  Schulterblatt durchbrochen, etwa vier Zentimeter des Knochens ragten hervor. Wenn der Knochen berührt wurde, wälzte sich der Affe jammervoll herum.

– So kann es nicht bleiben! Herr Diểu pflückte ein Büschel laotischen Grases, preßte es zusammen und steckte es in den Mund, um es durchzukauen. Dann bedeckte er die Wunde des Affen damit. Das zerkaute Gras sollte das Blut gerinnen lassen. Den Affen zog es zusammen, er blickte ihn von der Seite her mit feuchten Augen an. Herr Diểu mied es, in sie hineinzuschauen. 

Nach einer Zeit kroch der Affe in die Arme Herrn Diểu‘s. Aus dem Maul waren die stammelnden Laute eines Kindes zu vernehmen. Herr Diểu verstand ihren flehentlichen Sinn. Ihm wurde übel.

Es wäre einfacher für mich, wenn du dich zur Wehr setzest –  Herr Diểu sah auf den braven Kopf des kleinen Affens und zog die Brauen zusammen – Ich bin alt geworden… Er weiß, daß alte Menschen leicht zu rühren sind. Womit soll ich dich nun verbinden, Affe?  

Herr Diểu dachte nach und zog schließlich seine Unterhose aus. Damit verband er die Wunde des Affens. Als das Blut gestillt war, hörte der Alte zu stöhnen auf. 

In solcher Nacktheit trug Herr Diểu den Affen auf dem Arm, stützte ihn und suchte den Weg zum Fuße des Berges. Auf einmal kamen Geröll und Steine am Hang ins Rollen, als wäre da eine Kraft, die alles zum Fallen brächte. 

Der Berg rutscht! 

Herrn Diểu fuhr es in die Glieder, er klammerte sich entsetzt an einen Felsen. Von dem Weg, den er gegangen war, blieb nur noch ein glatt abgehackter Rumpf übrig. Herr Diểu fand  den Wildbeerbaum nicht mehr, an dem er Hose und Schuh zurückgelassen hatte. Es war zu gefährlich, den Weg nochmals zu nehmen. Er mußte einen Umweg über den hinteren Berghang machen, der etwas weiter, aber sicherer war. 

Erst nach zwei Stunden Suche erreichte Herr Diểu den Fuß des Berges. In der Tat hatte er sich noch nie so abgemüht und erschöpft. Sein Leib war zerschunden. Der Affe war nicht tot noch lebendig. Wollte er ihn weiter schleifen, würde er entsetzlich zu leiden haben. Ihn zu tragen, reichten die Kräfte nicht mehr.

An dem Gestrüpp mit den rankenden Pflanzen, hinter dem er  sich am Morgen versteckt hatte, hielt Herr Diểu ein, um  nach  Hut, Hemd und der Klebreis zu suchen. Es erhob sich dort ein Ameisenhaufen so groß wie eine Strohschütte. Roter Erdschleim überzog den Haufen, auf ihm flatterten unzählige feuchte Ameisenflülgelchen. Verdammt, in einem Ameisenhaufen begraben,  verwandelten sich seine Habseligkeiten in Staub. Stöhnend drehte sich Herr Diểu um und nahm den Affen wieder auf den Arm. 

Es wäre schamlos, so nackig nach Hause zu kommen! – ärgerte sich Herr Diểu – ich würde nur zum Gelächter der Leute werden…

Er hing seinen Gedanken und verlief sich.  Erst nach einer ganzen Weile fand er den Weg wieder.

Das macht doch nichts! – lachte er plötzlich auf – Wer vermochte schon so einen Affen zu erlegen?  Er dürfte fünfzehn Kilo Fleisch bringen… Und so ein gelbes Fell, wie eingefärbt… So ein Tier zu schießen, da war schon verzeihlich, kein einziges Stück seiner Rüstung mehr zu besitzen! 

Ein leises Geräusch ließ sich hinter seinem Rücken vernehmen. Herr Diểu schrack zusammen, wandte sich um und erkannte die Äffin. Bei seinem Anblick verschwand sie wieder im Gestrüpp. Sie mußte sich ihm, ohne daß er es bemerkt hatte, schon am Berg an die Fersen geheftet haben. Er war irritiert. Nach einem weiteren Stück Wegs sah Herr Diểu beim Zurückblicken erneut die Äffin. Wie gemein! Herr Diểu legte das Männchen auf den Boden, ergriff Steine und Erdklumpen und warf nach der Äffin. Sie kreischte auf und lief davon. Aber kurzer Zeit darauf, als Herr Diểu sich umschaute, war sie ihm wieder auf den Fersen.

Schweigend liefen die drei durch den Wald. Die Äffin hatte Ausdauer. Herr Diểu fühlte sich mit einem Mal plötzlich grenzenlos beleidigt. Als verfolgte man ihn und verlangte eine Art Wiedergutmachung.

Jetzt verstand der Affe die Zeichen seiner Gefährtin. Er sträubte sich und machte Herrn Diểu schwer zu schaffen. Dieser  war ausgepumpt, und brachte nicht mehr die Kraft auf, den Affen zu halten. Die Hände des Affens zerkratzten seine Brust derart, daß Blut austrat. Schließlich hielt er es nicht mehr aus, und warf ihn grimmig zu Boden.

Der Affe lag langgestreckt im naßen Gras. Herr Diểu setzte sich traurig dreinschauend hinzu. Nicht weit davon hielt sich die Äffin hinter einem Baum versteckt und beäugte ihn. 

Herr Diểu verfiel in unendliche Trauer, bis auf den Grund seiner Seele. Er starrte auf die beiden Affen und ihm verschwammen die Augen. So schwer lastet die Verantwortung in diesem Sein auf jedem Wesen. 

– Nun, so schenke ich dir das Leben! – Herr Diểu saß für eine Weile still, erhob sich mit einem Ruck und spuckte auf den Boden. Nach kurzem Zögern eilte er von dannen. Als hätte sie auf diesen Moment gewartet, sprang die Äffin hervor, lief zu der Stelle, an der der Affe lag.

Herr Diểu schlug einen anderen Weg ein, um keinen Menschen zu begegnen. Seinen Pfad behinderten viele dornige Pflanzen, aber es gab an ihm auch unendlich viele Tử-huyền-Blumen. Herr Diểu blieb vor Überraschung stehen. Die Tử-huyền-Blumen blüten nur einmal in dreißig Jahren. Wer ihnen begegnet, dem werde Glück zuteil. Sie sind von weißer Farbe,  salzig im Geschmack und so winzig wie der Kopf eines Zahnstochers. Man nennt sie das Salz des Dschungels. Wenn der Dschungel Salz auffängt, ist das ein Zeichen dafür, daß Frieden ins Land einkehrt, und die Ernte gedeiht. 

Indem Herr Herr Diểu das Tal verließ, kam er ins freie Feld. Der Frühlingsregen fiel weich und dicht. Nackt und einsam trottete er dahin. Nach einer Weile entschwand er im Regen.

Nur noch einige Tage, dann begann der Sommer. Es würde wärmer werden. 

Aus dem Vietnamesischen von Trương Hồng Quang
unter Mitwirkung von Carsten Wurm


[i] Motive aus dem klassischen chinesischen Roman „Die Reise in den Westen“  

Theodor W. Adorno, Về ý nghĩa cuộc sống, sức khỏe, người Đức, vai trò của hồi ức, tương quan giữa dối trá và nghệ thuật…

Übersetzungsübungen anhand der unübersetzbaren Sätze von Adorno / Tiêu đề do người dịch đặt, từ những bài tập dịch trên cơ sở những câu văn bất khả dịch của Adorno

(1) “Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.”
[“Sống mà có ý nghĩa thì chẳng cần phải băn khoăn về ý nghĩa của cuộc sống.”]

(2) “Gesundheit? – Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist.”
[“Có sức khoẻ ư? – Khoẻ thì liệu có ích gì, nếu ngoài đó ra ta là một kẻ ngu ngốc.”]

(3) “Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lügen aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.”
[“Một người Đức là một người không thể nói lên những điều dối trá mà không tin đó là sự thật.”]

(4) “„…dass in der Jugend unendlich Vieles als Versprechen des Lebens wahrgenommen wird, wovon dann der Alternde, durch die Erinnerung hindurch, erkennt, dass in Wahrheit die Augenblicke solchen Versprechens das Leben selber gewesen sind.
[“Khi còn trẻ có muôn điều được ta coi như là những hứa hẹn về cuộc sống, chỉ khi đã về già, qua lăng kính của hồi ức, ta mới nhận ra sự thật rằng những khoảng khắc hứa hẹn đó chính là cuộc sống.”]

(5) „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“
[“Không thể sống thật trong một cuộc đời giả“]

(6) “Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.”
[“Nghệ thuật là ma thuật, đã được giải thoát khỏi sự dối trá coi mình là chân lý.”]

(7) „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“
[„Sau Auschwitz mà làm thơ là một hành động man rợ“]

(8) “Kunst will das, was noch nicht war, doch alles, was sie ist, war schon.”
[“Nghệ thuật muốn là cái chưa từng đã, nhưng tất cả những cái mà nó là, thì lại chỉ đã từng.”]

(9) “Wir verstehen nicht die Musik – sie versteht uns. Das gilt für den Musiker so gut wie für den Laien. Wenn wir sie uns am nächsten meinen, dann spricht sie uns an und wartet mit traurigen Augen, dass wir ihr antworten.”
[“Không phải ta hiểu âm nhạc, mà là âm nhạc hiểu ta. Điều này vừa đúng cho các nhạc sỹ, vừa đúng cho cả những người nghiệp dư. Mỗi khi ta cảm thấy âm nhạc gần gũi nhất thì nó sẽ gọi ta, và với ánh mắt buồn, sẽ chờ ta đáp trả.“]

(10) „Hoffnung ist nicht die festgehaltene Erinnerung sondern die Wiederkunft des Vergessenen.“
[„Hy vọng không phải là ký ức được níu giữ, mà là sự trở lại của những điều đã quên lãng.“]

Phần dịch tiếng Việt: THQ

Friedrich Hölderlin, Hälfte des Lebens / Nửa cuộc đời

Với muôn trái lê vàng, 
Và ngập tràn hoa hồng dại
Doi đất trĩu xuống mặt hồ
Đàn thiên nga kiều diễm 
Đắm say hôn  
Và vục đầu
Trong nước thiêng bình an.

Hỡi ôi, ta có thể tìm đâu
Khi đông về, hoa, tìm đâu
Ánh mặt trời
Và bóng đất?
Những bức tường đứng
Lặng câm và lạnh lẽo, trong gió
Tiếng cờ bay phật phật.

Bản gốc tiếng Đức:
HÄLFTE DES LEBENS

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser. 

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Ảnh và bản dịch tiếng Việt: Trương Hồng Quang (Phiên bản 01.01.2021)

Đọc thêm các bản dịch trên trang Thi Viện

Stille Nacht, heilige Nacht / Đêm thiêng liêng

Musik / Nhạc: Franz Xaver Gruber
Text / Lời: Joseph Mohr
Neue vietnamesische Textfassung / Lời Việt mới: Đặng Ngọc Long & Trương Hồng Quang

Đặng Ngọc Long: vocal & guitar
Trương Hồng Quang: vocal
Tonaufnahme und Abmischung / Kỹ thuật audio: Đặng Ngọc Long
Video: Đặng Ngọc Long & Trương Hồng Quang

Berlin, 24.12.2020

“Đêm Thánh Vô Cùng” / “Stille Nacht, heilige Nacht”: Trò chuyện với Cha Lê Phan trước thềm Lễ Giáng sinh 2020

„Stille Nacht, heilige Nacht“ / „Đêm Thánh Vô Cùng“ – Gespräch mit Pater Stefan Taeubner SJ vor dem Heiligen Abend 2020

„Joseph Mohr nhấn mạnh sự cô đơn, ai cũng ở phải ở nhà của mình, không được phép hưởng ‘giây phút tưng bừng’. Ca từ của ông mô tả hoàn cảnh của một đôi vợ chồng đang cô đơn canh giấc ngủ của một em bé. Lúc ấy, trong niềm tin, chúng ta có thể vẫn nghe được tiếng hát của thiên thần. Chúng ta vẫn có thể nhận ra được niềm vui của Giáng sinh đã đến với chúng ta trong em bé đó. Cho nên bài ‘Stille Nacht’ (Silent Night/Đêm yên bình) đúng nghĩa với Giáng sinh năm nay.”

Một trong các chia sẻ của Cha Lê Phan JS trong buổi trao đổi trước thềm Lễ Giáng sinh 2020 dành cho chương trình “Sống chung với Corona – Podcast tiếng Việt từ Berlin”

Nội dung / Inhalte:

00:00 Lời chào và những chia sẻ về hoàn cảnh đặc biệt của Lễ Giáng sinh năm nay / Begrüßung, über die Besonderheiten des diesjährigen Weihnachtsfestes

03:00 Về ca khúc Giáng sinh nguyên tác tiếng Đức „Stille Nacht, heilige Nacht“ /  Über das deutschsprachige Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“

08:50 Các kỷ niệm của Cha Lê Phan với ca khúc Việt ngữ „Đêm Thánh Vô Cùng“ / Begegnung von Pater Tauebner mit dem vietnamesischsprachigen Lied „Đêm Thánh Vô Cùng“

11:26 Về nhạc sỹ Hùng Lân (1922-1986), tác giả ca từ tiếng Việt của ca khúc „Đêm Thánh Vô Cùng“  / Über den Komponisten Hùng Lân, den Schöpfer des vietnamesischen Liedtextes „Đêm Thánh Vô Cùng“  

13:25 Về khổ 1 của ca khúc / Zur ersten Strophe des Liedes (“Stille Nacht, heilige Nacht” / “Đêm Thánh vô cùng – Giây phút tưng bừng”)

19:27 Về khổ 2 của ca khúc / Zur zweiten Strophe des Liedes (“Stille Nacht, heilige Nacht – Hirten erst kundgemacht” / “Ôi Chúa thiên đàng – Nhấp chén phiền vương phong trần”)

34:40 Về khổ 3 của ca khúc / Zur dritten Strophe des Liedes (“Stille Nacht, heilige Nacht – Gottes Sohn, o wie lacht” / “Tinh tú trên trời, sông núi trên đời”)

42:20 Nhận xét so sách chung giữa hai phần ca từ / Abschließender Vergleich zwischen den beiden Textfassungen

46:50 Lời cảm ơn và thông báo về một bất ngờ đặc biệt / Dankesworte und Ankündigung einer besonderen Überraschung

SỐNG CHUNG VỚI CORONA – PODCAST TIẾNG VIỆT TỪ BERLIN /KỲ 21, THỨ TƯ 23.12.2020 / LEBEN MIT CORONA – PODCAST AUF VIETNAMESISCH AUS BERLIN / FOLGE 21, MITTWOCH 23.12.2020

Người đặt câu hỏi / Fragesteller: Trương Hồng Quang

PHỤ LỤC

(1) Bản gốc tiếng Đức

Stille Nacht, heilige Nacht
Lời: Joseph Mohr  / Nhạc: Franz Xaver Gruber (1818)

Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

Stille Nacht, heilige Nacht,
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja,
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da!
Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht,
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!

(2) Bản dịch nghĩa tiếng Việt từ nguyên tác tiếng Đức

Đêm yên lặng, đêm thiêng liêng

Đêm yên lặng, đêm thiêng liêng!
Muôn nhà đều say giấc nồng, chỉ một cặp đôi thánh thiện 
cô đơn canh giấc ngủ một hài đồng.
Ôi hài đồng yêu kiều với mái tóc xoăn
Hãy ngủ yên trong giấc mộng thiên đường,
Hãy ngủ yên trong giấc mộng thiên đường!

Đêm yên lặng, đêm thiêng liêng!
Những người chăn chiên được báo Tin Mừng
qua tiếng hát ngợi ca của các thiên thần,
vang lên khắp chốn gần xa:
Chúa Kitô, Đấng cứu thế đã giáng sinh,
Chúa Kitô, Đấng cứu thế đã giáng sinh!

Đêm yên lặng, đêm thiêng liêng!
Ôi Con Thiên Chúa, thật rạng rỡ nụ cười đầy yêu thương 
từ đôi môi thiêng
vào giờ khắc cứu rỗi:
Giê Su ơi, Người đã ra đời,
Giê Su ơi, Người đã ra đời!

Bản dịch nghĩa tiếng Việt: Trương Hồng Quang với sự cộng tác
của Linh mục Stefan Taeubner SJ 

Phần biểu diễn tác phẩm gốc „Stille Nacht, heilige Nacht“ của ca sỹ Peter Schreier và Dàn hợp xướng Thomanerchor Leipzig

(3) Bản tiếng Việt với ca từ của nhạc sỹ Hùng Lân 

Đêm Thánh Vô Cùng  

Ðêm Thánh vô cùng, giây phút tưng bừng
Ðất với trời se chữ 
Đồng
Ðêm nay Chúa con thần thánh tôn thờ
Canh khuya 
giáng sinh trong chốn hang lừa
Ơn châu báu không bờ bến
Biết tìm kiếm của chi đền

Ôi Chúa thiên đàng, cam nếm cơ hàn
Nhấp chém phiền vương phong trần
Than ô
i Chúa thương người đến quên mình
Bơ vơ chốn quê nhà lúc sinh thành
Ai đang sống trong lạc thú
Nhớ rằng Chúa đang đền bù

Tinh tú trên trời, sông núi trên đời
Với thánh thần mau kết lời
Cao sao hoá công đã khéo an bài
Sai con hiến thân để cứu nhân loại
Hang chiên máng rêu tạm trú
Bốn bề tuyết sương mịt mù

Tác phẩm “Đêm Thánh Vô Cùng” với phần trình diễn của Bằng Kiều, Thiên Tôn và Đình Bảo

Die Gedanken sind „Trống cơm“

Deutsch-vietnamesisches Volkslied / Dân ca Đức-Việt

Arrangement und Leitung :
Prof. Đặng Ngọc Long 

Mitwirkenden: Chor der Đào Minh Quang-Stiftung + Lotus-Ensemble + Stiftungsorchester / Uraufführung im Rahmen der Auftaktveranstaltung  der Đào Minh Quang-Stiftung am 15.06.2017 in Berlin

Phối khí và Chỉ huy: 
GS. Đặng Ngọc Long

Tham gia biểu diễn: Dàn hợp xướng Quỹ Đào Minh Quang + Nhóm Bông Sen + Dàn nhạc Quỹ Đào Minh Quang / Trình diễn lần đầu trong Lễ ra mắt Quỹ Đào Minh Quang tại Berlin ngày 15.06.2017

Kamera / Quay phim: Trương Trần Phúc

Phụ lục

Die Gedanken sind frei
Ý nghĩ là tự do
(Deutsches Volkslied / Dân ca Đức)

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
mit Pulver und Blei:
die Gedanken sind frei!

Ý nghĩ là tự do,
Ai có thể đoán chúng?
Ý nghĩ vút bay qua
Như bóng đêm.
Không thể ai biết chúng,
Không người thợ săn nào có thể bắn hạ,
Với thuốc súng và đạn chì:
Ý nghĩ là tự do!

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei!

Tôi nghĩ điều tôi muốn,
Và về những gì khiến cho tôi hạnh phúc,
Nhưng tất cả chỉ là trong thầm lặng,
Như tôi vẫn hằng tin.
Mơ ước và khao khát của tôi
Chẳng thể ai ngăn cản,
Mãi mãi vẫn là vậy:
Ý nghĩ là tự do!

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei!

Nếu có thế lực nào
giam hãm tôi trong chốn ngục tù tối tăm,
tất cả những việc đó
chỉ là vô ích; 
bởi ý nghĩ của tôi
sẽ xé toang các rào cản
và làm vỡ đôi các bức tường:
Ý nghĩ là tự do!

Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich sitze nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei!

Tôi yêu rượu vang,
nhưng trước hết tôi yêu cô gái của tôi,
nàng là người
tôi thương mến nhất cõi đời.
Tôi đâu chỉ ngồi một mình
bên cốc rượu vang,
cô gái của tôi luôn ở bên cạnh:
Ý nghĩ là tự do!

Bản sơ dịch tiếng Việt: Trương Hồng Quang (20.12.2020)

Ode an die Freude / Tụng ca niềm vui

Zum 250. Geburtstag / Kỷ niệm sinh nhật lần thứ 250
von / của Ludwig van Beethoven (17.12.1770 – 17.12.2020)

O Freunde, nicht diese Töne!
Sondern laßt uns angenehmere
anstimmen und freudenvollere.

Các bạn ơi, xin hãy ngừng những âm thanh này!
Mà hãy cất tiếng hòa ca với những âm thanh dịu êm hơn
và nồng cháy hơn.

Freude! Freude!

Ôi niềm vui! Niềm vui!

Freude schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium!
Wir betreten Feuer trunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
alle Menschen werden Brüder
wo dein sanfter Flügel weilt.

Niềm vui, ôi tia sáng rực rỡ của thần linh
Người con gái từ miền cực lạc!
Ta bước vào cõi thiên đường
Ngất ngây trong ánh lửa thiêng!
Niềm vui, phép huyền diệu của Người
Sẽ gắn kết tất cả những gì do thói quen chia lìa,
Tất cả nhân loại sẽ thành anh em
Khi đôi cánh dịu dàng của Người đáp xuống.

Wem der grosse Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein.
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!

Ai trúng số độc đắc
Có bạn hiền sát cánh trong cuộc đời.
Ai chinh phục được một nàng kiều diễm
Xin hãy hoà chung niềm hân hoan vào khúc hát này!

Ja wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Hãy hoà chung niềm hân hoan, kể cả những ai chỉ có
Một tâm hồn bè bạn độc nhất trên cõi đời!
Còn những kẻ chưa từng có bạn
Hãy sụt sùi lánh xa dàn đồng ca này!  

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur;
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.

Hết thảy mọi sinh linh
Đều uống niềm vui từ bầu vú của thiên nhiên;
Cả người thiện và kẻ ác
Đều rảo bước trên con đường lát hoa hồng của niềm vui.

Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

Niềm vui ban tặng cho ta những nụ hôn và chùm nho
Một bạn hữu trung thành, từng thử thách qua sinh tử
Hoan lạc được ban tặng cho cả loài sâu     
Và thiên sứ đứng trước Thượng đế.

Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum Siegen.

Hãy hoan hỉ, như những hành tinh
Lướt trên những quỹ đạo huy hoàng của thiên giới
Hỡi anh em, hãy bước tới
Như một người anh hùng tiến đến đích chiến thắng.

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
muß ein lieber Vater wohnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such’ ihn überm Sternenzelt!
Über Sternen muß er wohnen.

Muôn triệu người, xin hãy ôm nhau
Nụ hôn này dành cho toàn thế giới!
Hỡi anh em, trên đỉnh của muôn vàn tinh tú
Hẳn phải có một người Cha nhân từ đang ngự trị.
Triệu triệu linh hồn đang rụng xuống?
Liệu thế giới có biết Đấng sáng thế của mình?
Hãy tìm Người trên vòm tinh tú!
Người hẳn ngự trị trên muôn các vì sao. 

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
muß ein lieber Vater wohnen.
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Freude, schöner Götterfunken
Tochter aus Elysium,
Freude, schöner Götterfunken, Götterfunken.

Muôn triệu người, xin hãy ôm nhau
Nụ hôn này dành cho toàn thế giới!
Hỡi anh em, trên đỉnh của muôn vàn tinh tú
Hẳn phải có một người Cha nhân từ đang ngự trị.
Muôn triệu người, xin hãy ôm nhau
Nụ hôn này dành cho toàn thế giới!
Niềm vui, tia sáng rực rỡ của thần linh
Người con gái từ miền cực lạc!
Niềm vui, tia sáng rực rỡ của thần linh!
Tia sáng rực rỡ của thần linh!

Bản sơ dịch tiếng Việt: Trương Hồng Quang (18.12.2020)

Informationen über das Video “Ode an die Freude”

Aus dem Schlusschor der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, Lyrik: Friedrich Schiller, Arrangement: Prof. Đặng Ngọc Long, Chor der Đào Minh Quang-Stiftung + Lotus-Ensemble + Stiftungsorchester (Uraufführung am 15.06.2017 im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Đào Minh Quang-Stiftung in Berlin)

Thông tin về video “Tụng ca niềm vui” 

Trích hợp xướng kết thúc Giao hưởng số 9 của Ludwig van Beethoven, Lời thơ: Friedrich Schiller, Phối khí: GS. Đặng Ngọc Long, Dàn hợp xướng Quỹ Đào Minh Quang + Nhóm Bông Sen + Dàn nhạc Quỹ Đào Minh Quang (Trình diễn lần đầu trong Lễ ra mắt Quỹ Đào Minh Quang tại Berlin ngày 15.06.2017)

Kamera / Quay phim: Trương Trần Phúc 

unter Verwendung der Eingangs- und Schlusssequenzen aus der Videodokumentation der Đào Minh Quang-Stiftung / có sử dụng phần mở đầu và phần kết thúc từ tư liệu video của Quỹ Đào Minh Quang

Bản gốc hợp xướng “Ode an die Freude” do Daniel Barenboim chỉ huy trước Cổng thành Brandenburg nhân Lễ Quốc Khánh 60 năm CHLB Đức

NHẬT KÝ CORONA / CORONA-TAGEBUCH – TRÒ CHUYỆN VỚI CHỊ HÀ AN / GESPRÄCH MIT FRAU HÀ AN (BERLIN)

🇻🇳 NHẬT KÝ CORONA – Trò chuyện với chị Hà An, chuyên gia công tác xã hội ở Berlin, về các trải nghiệm cá nhân của chị trong việc vượt qua căn bệnh Covid-19 của bản thân trong thời gian vừa qua  

Các bạn bè và những bạn đọc theo dõi “Nhật ký Corona” của chị Hà An, chuyên gia công tác xã hội ở Berlin và một gương mặt quen thuộc của cộng đồng, hẳn được biết cách đây khoảng 3 tuần chị đã nhận được kết quả chẩn đoán dương tính Covid-19. Trong suốt quá trình chiến đấu với căn bệnh này ở thời gian qua, trong đó có những giai đoạn rất cam go, chị đã cố gắng đều đặn cập nhật các thông tin hữu ích và chia sẻ với cộng đồng những trải nghiệm và kinh nghiệm cá nhân của mình. Hiện Hà An đang trong quá trình bình phục, và mặc dù vẫn còn mệt, chị vẫn dành cho chương trình „Sống chung với Corona – Podcast tiếng Việt từ Berlin“ buổi trò chuyện chi tiết vào ngày hôm nay, thứ hai 02.11.2020, đúng thời điểm các biện pháp Lockdown lần thứ hai bắt đầu có hiệu lực trên toàn nước Đức.

Với tôi, người thực hiện chương trình này, đây là kỳ Podcast mang đến những chấn động cá nhân sâu sắc nhất. Việc chia sẻ trước công luận những thông tin nhạy cảm nhất như thông tin về sức khỏe cá nhân không phải là một điều hiển nhiên và đòi hỏi một ý thức trách nhiệm rất cao đối với cộng đồng. Tôi vô cùng biết ơn Hà An về việc này và hy vọng các chia sẻ của chị sẽ hữu ích, mang đến những nguồn năng lượng tích cực đối với cộng đồng của chúng ta, không chỉ ở Đức, mà cũng ở châu Âu, Việt Nam và khắp nơi trên thế giới. Chúc Hà An và gia đình chị chóng hồi phục hoàn toàn sức khỏe, xin cầu chúc tất cả bạn bè, anh chị em gần xa sức khỏe và bình an!

TB. Chị Hà An vừa cho tôi biết ở phút thứ 40 của video có một chỗ chị nói nhầm và đề nghị đính chính lại như sau: thời gian bệnh phát nặng của chị không phải vào các ngày thứ 11 – 14 sau khi thử, mà là vào các ngày 11.10. – 14.10. Xin chân thành cảm ơn chị và xin thông báo lại để các quý vị và các bạn theo dõi chương trình được biết! (03.11.2020, 15.52h)

SỐNG CHUNG VỚI CORONA – PODCAST TIẾNG VIỆT TỪ BERLIN
KỲ 20, THỨ HAI 02.11.2020
Người đặt câu hỏi: Trương Hồng Quang

🇩🇪 CORONA-TAGEBUCH – Gespräch mit Frau Hà An,  Sozialarbeiterin in Berlin, über ihre persönlichen Erfahrungen beim Kampf gegen die eigene Covid-19-Erkrankung in der jüngsten Zeit 

LEBEN MIT CORONA – PODCAST AUF VIETNAMESISCH AUS BERLIN
FOLGE 20, MONTAG 02.11.2020
Fragesteller: Trương Hồng Quang